Angehörigen-Gruppe

Selbsthilfegruppe für Angehörige

von Suchtkranken

Die Gruppe vermittelt Hilfe zur Selbsthilfe. In der Gruppe erfährt der Betroffene Angehörige oder Freund, dass er mit seinen Problemen nicht alleine ist. Durch den Erfahrungsaustausch der Mitglieder lernt der einzelne seine Co-Abhänigkeit zu verstehen und abzulegen. Mit Hilfe der Gruppe kann der Angehörige sein eigenes Leben wieder ordnen und zufrieden werden.

Von den Gruppenmitgliedern wird absolute Verschwiegenheit gegenüber anderen Personen außerhalb der Gruppe erwartet. Nur dadurch ist eine postive Arbeit in der Gruppe möglich.

Was der Alkohol oder das Suchtmittel für den Suchtkranken ist, dass ist für den Partner der Suchtkranke. Irgendwann dreht sich sein ganzes Denken, Fühlen und Handeln nur noch um den Suchtkranken. Wie kann ich ihm helfen? Was muss ich tun, damit er nicht mehr trinkt oder konsumiert? Wie kann ich verhindern, dass die Umgebung etwas bemerkt?

Das trinken oder konsumieren des Partners konfrontiert jeden Angehörigen mit vielfältigen Belastungen, bei denen man zunächst gar nicht weiß wie man darauf reagieren soll. In bester Absicht kommt es dabei sehr oft zu Fehlern, die das Problem Alkohol oder jeder anderen Droge nicht mindern, sondern noch verstärken.

Welches Gesetz sagt:

ICH BIN: - für alle und alles verantwortlich? - alles Schuld? -                            nur für die Anderen da?

ICH MUSS: verzichten? - dienen? - mich klein machen? -                                   mich unterordnen? - ohne mich geht nichts?

HILFEEEEE!     WER              - BIN ICH?                                                            WIE               - BIN ICH?                                                            WAS              - BIN ICH?                                                            WIESO           - BIN ICH SO?                                                     WESHALB       - BIN ICH SO?                                                     WARUM         - BIN ICH SO?                                                      WO                - BIN ICH???

Der Angehörige hilft dem Abhängigen immer indirekt durch sein eigenes Verhalten.

Fehler die ein Angehöriger in seiner Co-Abhängigkeit macht:

Ich habe: - gelogen für den Abhängigen - Verantwortung                                   übernommen - Suchtmittel z.B. “Alkohol” gesucht und                       vernichtet - gedroht - Entschuldigungen gesucht -                           beschützt - verharmlost - belehrt - gepredigt -                                 Schuldgefühle entwickelt - Erklärungen gesucht -                              kontrolliert.

Wege aus der Co-Abhängigkeit:

Zeigen sie ihre persönlichen Grenzen. Machen sie deutlich, was sie bereit sind mitzutragen und was nicht. Bleiben sie glaubwürdig. Drohen sie dem Suchtkranken nicht mit Veränderungen die sie nicht wirklich durchführen wollen oder können. Sagen sie dem Suchtkranken das sie ihn in seiner Krankheit nicht mehr decken werden und für sich  selbst Hilfe in Anspruch nehmen werden. Drängen sie nicht auf eine konkrete Antwort. Weisen sie auch den Suchtkranken auf vorhandene Hilfsangebote hin. Überlassen sie dem Betroffenen aber selbst die Entscheidung diese auch aufzusuchen. Durchbrechen sie mit Offenheit, Klarheit und Eigenverantwortung ihr eigenes krankmachendes Verhaltensmuster.

 

10 Jahre Angehörigentreff:

Im Dezember 1993 gründeten wir mit zwei Frauen eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suchtkranken die sich einmal wöchentlich in der Beratungsstelle für Suchtkranke in Alsdorf, Bodelschwinghweg 4, traf. Da Alkoholabhängigkeit eine Familienkrankheit ist war es uns sehr wichtig, dass Angehörige eine Anlaufstelle hatten in der sie in einem geschützten Rahmen über ihre Probleme reden konnten, um so wieder in ein selbstbewusstes und zufriedenes Leben zu finden. Sehr rasch vergrößerte sich die Gruppe auf ca. 25 Angehörge. Nach drei Jahren wechselten wir von der Suchtberatung im Bodelschwinghweg ins Cafe Baustein Bahnhofstr. 46a, Alsdorf in größere Räumlichkeiten. Der Zulauf von Angehörigen aus der Region Eschweiler, Stolberg, Gressenich bis Zweifall und in die Eifel hinein, veranlasste uns über eine zweite Angehörigengruppe nachzudenken. Mit dem Einverständnis der Leitung der Beratungsstelle für Suchtkranke Alsdorf und Eschweiler haben wir eine zweite Gruppe in den Räumen der Beratungsstelle in Eschweiler, Langwahn 15, eingerichtet. Auch diese Gruppe ist sehr schnell angewachsen und wird bis heute im Durschnitt von ca. 20 bis 25 Angehörigen besucht Wir treffen uns mittwochs in Alsdorf von     19.30 Uhr bis 21.30 Uhr. In Eschweiler donnerstags von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Als Angehörige betrachten wir ausser Ehepartner auch Lebensgefährten, Eltern, Geschwister und Freunde, die Probleme mit einem Suchtkranken haben. Hier spielt es keine Rolle um welche Suchtkrankheit es sich handelt, egal ob Alkohol, Medikamente, Drogen oder nichtstoffgebundene Süchte, weil nicht das Suchtmittel oder die Sucht im Vordergrund steht sondern die Problematik die durch das jeweilige Suchtmittel oder Suchtverhalten entstanden ist.

Christel sagt:                                                                               Durch die Erfahrung der Gruppe kann sie heute ihre eigene Stärke geltend machen. Ihr Selbstwertgefühl stärken, um sich zu öffnen und Vertrauen in sich selber zu finden.

Elke sagt:                                                                                   Ohne die Gruppe würde ich vieleicht nicht mehr leben. Durch den Erfahrungsaustausch der Gleichbetroffenen in der Gruppe fühlte ich mich seit langer Zeit zum ersten Mal in meinen Problemen verstanden. Ich merkte, dass ich mit meinen Sorgen und Ängsten nicht alleine war.

Wer Informationen über die Angehörigen - Gruppen haben möchte kann sich an folgende Kontakte wenden:

Kontakt:

Käthe 02403 - 27266

Ulrike 02409 - 1064

In dringenden Fällen besteht auch die Möglichkeit sich über den Suchtnotruf des Kreises Aachen in Verbindung zu setzen um sofort und anonym über sein Problem zu reden.

0800 7824800

Der Suchtnotruf ist kostenlos und 24 Std. erreichbar